War der Hass auf den Schah nach 1979 ein ideologisches Projekt? Wir Iraner sind Erben eines der größten kulturellen Vermächtnisse der Welt: der Schahnameh von Ferdowsi.

Dieses Werk ist nicht nur der Hüter der persischen Sprache, sondern auch eine Erzählung von Geschichte, Mythos und politischem Denken des iranischen Kulturraums. In der Schahnameh ist Königtum nicht gleichbedeutend mit Despotismus, sondern mit Verantwortung, Gerechtigkeit und Aufbau. Könige wie Fereydun, Jamshid und Keykhosrow stehen für Wohlstand, Ordnung, Recht und die Verbindung von Macht und Moral.

In dieser Denktradition ist ein König nur dann legitim, wenn er: gerecht ist, das Volk schützt, und das Land zu Wohlstand und Fortschritt führt.

Doch hier stellt sich die grundlegende Frage: wie konnte eine Gesellschaft mit einer solchen kulturellen Tradition nach dem Jahr 1979 einen tiefen Hass nicht nur auf den Schah, sondern auf das gesamte Konzept des Königtums entwickeln?

Kultureller Bruch oder ideologische Konstruktion?

Der Hass auf den Schah und das Königtum nach der Revolution war keine rein emotionale oder spontane Reaktion. Er wurde über Jahre hinweg durch ideologische Diskurse konstruiert und reproduziert. Dabei kann die Rolle extremistischer linker Strömungen nicht ignoriert werden.

Große Teile der vorrevolutionären Linken:

In diesem Narrativ wurde die Schahnameh nicht als nationales Erbe betrachtet, sondern als ideologisches Instrument, das entleert oder vereinnahmt werden müsse.

Eine unausgesprochene Allianz: extreme Linke und politischer Islam

Die bittere Ironie der modernen iranischen Geschichte liegt darin, dass extrem linke Kräfte – trotz ihres antireaktionären Anspruchs – faktisch mit dem politischen Islam bei der Delegitimierung des Königtums übereinstimmten. Beide:

Das Ergebnis war jedoch keine freie und gerechte Gesellschaft, sondern eines der brutalsten und repressivsten Regime der Gegenwart – ein System ohne Bezug zur Schahnameh und ohne jede Vorstellung von Gerechtigkeit.

Rückkehr zur zentralen Frage

Heute, nach Jahrzehnten von Unterdrückung, Hinrichtungen, Exil und der Zerstörung menschlichen Kapitals, stellt sich diese Frage erneut:

War der Hass auf den Schah tatsächlich ein Hass auf Despotismus? oder handelte es sich um einen ideologisch konstruierten Hass auf ein historisches und kulturelles Konzept, das – wie in vielen anderen Ländern – hätte modern, rechchenschaftspflichtig und demokratisch weiterentwickelt werden können?

Die Schahnameh erinnert uns daran, dass das Problem Irans niemals der „Schah“ als Konzept war, sondern stets Ungerechtigkeit, Machtmissbrauch und der Bruch zwischen Herrschaft und Volk.

Der Kronprinz – Symbol der Einheit, nicht der Macht

In dieser historischen Neubewertung gewinnt auch die Rolle von Kronprinz Reza Pahlavi eine besondere Bedeutung – nicht als Rückkehr in die Vergangenheit, sondern aus einer völlig anderen Perspektive:

Heute ist er weder Machtanwärter noch Vertreter eines autoritären Systems, sondern ein Symbol historischer Kontinuität, nationaler Einheit und Humanität – ein Symbol, das tiefe politische, ideologische und generationelle Gräben in einen nationalen Dialog überführen kann.

In einer Gesellschaft, die jahrzehntelang durch ideologische Hetze, Ausschluss, Gewalt und zerstörerische Polarisierung erschöpft wurde, kann eine überparteiliche Figur, die: das Wahlrecht des Volkes betont, vor Vergeltung warnt, auf einen friedlichen Übergang und menschliche Würde besteht, und Iran als Heimat aller Iraner versteht,

eine Rolle spielen, die der Darstellung gerechter Könige in der Schahnameh ähnelt:

nicht als absoluter Herrscher, sondern als Hüter von Einheit und Zukunft.

In vielen modernen Ländern fungiert die Monarchie nicht als Herrschaftsinstrument, sondern als Symbol für Stabilität, historische Kontinuität und nationale Kohäsion. Die Bezugnahme auf den Kronprinzen in diesem Kontext bedeutet daher keine Rückkehr zum Despotismus, sondern die Möglichkeit eines modernen, verantwortlichen und humanen Irans.

Wenn die Schahnameh Fereydun und Keykhosrow als Symbole der Gerechtigkeit darstellt, braucht auch die iranische Gesellschaft heute vor allem eines: ein Symbol – jenseits von Ideologien –, das Hoffnung auf ein erneutes Aufblühen Irans verkörpert.

Schlussfolgerung

Die Wiederlektüre der Schahnameh ist keine bloße Rückkehr zur Vergangenheit, sondern die Rückgewinnung der historischen und politischen Identität Irans.

Solange die Rolle extremistischer Diskurse – insbesondere der ideologischen Linken – bei der Zerstörung nationaler Traditionen und der Delegitimierung historischer Konzepte nicht kritisch aufgearbeitet wird, wird die iranische Gesellschaft weiterhin mit verzerrten und unvollständigen Narrativen über ihre eigene Geschichte leben.

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