Autorin: Farzaneh Ravesh
und warum Europa heute vor einem „zeitgenössischen Hitler“ schweigt
Die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts kennt eine bittere, aber eindeutige Wahrheit:
Das nationalsozialistische Regime wurde weder durch innere Reformen noch durch zivilen Protest oder Dialog gestürzt.
Adolf Hitler wurde erst dann besiegt, als eine internationale Allianz militärisch eingriff. Hätten sich die Alliierten damals auf das Prinzip der „Nichteinmischung in innere Angelegenheiten“ berufen, sähe Europa heute grundlegend anders aus.
Diese historische Erfahrung ist kein Einzelfall, sondern ein wiederkehrendes Muster:
Regime, die sämtliche friedlichen, politischen und zivilgesellschaftlichen Wege systematisch zerstören, brechen nur selten ohne entschlossenen äußeren Druck zusammen.
Die Islamische Republik – ein zeitgenössischer Hitler
Heute verkörpert die Islamische Republik Iran genau diesen Typus eines ideologisch-extremistischen Regimes:
- Sie erschießt unbewaffnete, friedlich protestierende Menschen auf offener Straße,
- verfolgt und verhaftet Verletzte sogar in Krankenhäusern,
- setzt auf Massenverhaftungen, systematische Folter und Hinrichtungen,
- und nutzt moderne Technologien, Überwachung und eine autoritäre Form der „Modernisierung“, um die eigene Bevölkerung zu kontrollieren und zu unterdrücken.
Wenn das NS-Regime brutal war, dann ist die Islamische Republik in mancher Hinsicht nicht weniger, sondern sogar noch rücksichtsloser:
Denn sie richtet ihre Gewalt gegen die eigene Bevölkerung, die nichts anderes fordert als Freiheit, Würde und grundlegende Menschenrechte.
Europas moralischer Widerspruch und die Rolle der linken Parteien
Die zentrale Frage lautet daher:
Warum weigert sich Europa heute, aus seiner eigenen Geschichte zu lernen?
Warum verteidigen zahlreiche europäische Parteien – insbesondere aus dem linken Spektrum –
- unter dem Schlagwort des „Antimilitarismus“,
- im Namen der „Stabilität“,
- und aus Angst vor „Eskalation“
eine Politik der Zurückhaltung, die faktisch bedeutet, die iranische Bevölkerung ihrem Schicksal zu überlassen?
Noch gravierender ist, dass jede Form von Druck oder Unterstützung durch die USA oder Israel reflexartig verurteilt wird – selbst dann, wenn sie darauf abzielt, ein mörderisches Regime zu schwächen.
Das ist keine Friedenspolitik.
Das ist Appeasement im 21. Jahrhundert.
Genau jene Haltung, die Europa in den 1930er-Jahren gegenüber dem Faschismus in die Katastrophe führte:
die Priorisierung einer trügerischen „Stabilität“ über den Schutz menschlichen Lebens.
Protest ist kein Bürgerkrieg
Die Realität ist eindeutig:
Die Menschen im Iran wollen keinen Bürgerkrieg.
Sie wollen leben.
Sie wollen frei sein.
Sie wollen Würde und politische Teilhabe.
Bürgerkriege entstehen nicht aus friedlichen Protesten, sondern dort, wo Regime jede Reform blockieren und Gewalt zur einzigen Sprache der Politik machen. In diesem Kontext ist nicht die äußere Intervention die größte Gefahr, sondern die anhaltende internationale Untätigkeit.
Wenn Hitler heute existieren würde …
Wenn Hitler heute, im 21. Jahrhundert,
- Das Regime hat die eigene Bevölkerung getötet, die unbewaffnet und friedlich für Freiheit auf die Straßen gegangen ist.
- Es hat Verletzten auf offener Straße und sogar in Krankenhäusern den Gnadenschuss gegeben.
- Viele Demonstrierende wurden heimlich und in Massengräbern verscharrt, teils lebendig begraben.
- Die Leichen der Getöteten wurden den Familien nur gegen hohe Geldsummen (tausende Dollar) übergeben oder fälschlich als „Basidschi“ deklariert, um die staatliche Verantwortung zu verschleiern.
- Andere Festgenommene wurden und werden kollektiv hingerichtet.
- Nach Aussagen von Augenzeugen befanden sich unter den Getöteten Menschen, die noch lebten, denen jedoch keine Hilfe geleistet wurde und die qualvoll starben.
- Krankenhäuser zu Orten der Verfolgung machte,
- Zahlreiche Ärztinnen und Ärzte wurden in den vergangenen Tagen festgenommen, allein weil sie verletzte Demonstrierende medizinisch versorgt haben – ein eklatanter Verstoß gegen medizinische Neutralität und grundlegende Menschenrechte.
- Das Regime nutzt moderne Überwachungs- und Kontrolltechnologien, um Repression effizienter zu machen – eine Form der „Modernisierung“, die ausschließlich der Unterdrückung dient.
- und gleichzeitig internationalen Terror unterstützte –
würde Europa dann erneut sagen: „Wir dürfen uns nicht einmischen“?
Oder gelten universelle Menschenrechte nur dann, wenn die Opfer Europäer sind?
Schlussfolgerung
Das Ende einer totalitären Diktatur ist selten bequem und niemals kostenfrei.
Doch die Geschichte lehrt unmissverständlich:
Moralische Untätigkeit verlängert das Leid.
Die Islamische Republik lässt sich nicht durch Appelle, Dialogformate oder diplomatische Höflichkeit reformieren –
genauso wenig wie das NS-Regime reformierbar war.
Wenn Europa seine eigenen Werte – Freiheit, Menschenwürde und Menschenrechte – ernst nimmt,
muss es aufhören, sich hinter dem Begriff der „Nichteinmischung“ zu verstecken,
und endlich an der Seite des iranischen Volkes stehen – nicht an der Seite seiner Unterdrücker.
#iran#deutschlandfunk#IranRevolution2026
اینآخریننبردهپهلویبرمیگرده#
